Games Workshop Gerüchteküche: der White Dwarf wird anders! Nur auf welche Weise?

Es soll niemand sagen, dass sich Games Workshop nicht weiterentwickelt… auch nicht, was das Hausmagazin der Firma, den altehrwürdigen White Dwarf betrifft. Hier haben wir bereits in den letzten Monaten einige deutliche Veränderungen gesehen, z.B.:

  • Abschaffung der früheren Interviews mit Modellierern und Spieledesignern
  • Abschaffung der früher häufigen Gußrahmendiagramme neuer Bausätze
  • Veränderungen in den Spielberichten, weg von einer genauen Nacherzählung der einzelnen Züge und hin zu einer „lebendigeren“ (manche würden auch sagen: gschlamperten) Umsetzung
  • Starke Veränderungen im Layout, vor allem bei den Malanleitungen, Neuvorstellungen und den Anzeigen

und so weiter und so fort… es scheint auch so zu sein, dass die (schreibende) Redaktion der letzten Ausgaben fast nur noch aus Andrew Kenrick und Simon Grant bestanden hat… werfen hier größere Veränderungen ihren Schatten voraus? Warseer-Admin Darnok sagt „JA!“. Hier das von ihm gepostete Gerücht:

 

 

via Darnok [Originalposting auf Englisch]

Da es nicht speziell etwas mit Warhammer Fantasy Battles / Warhammer 40.000 zu tun hat, poste ich es hier, aber denkt daran, dass das im Moment nur ein Gerücht ist, keine Tatsache:

via ein Vögelchen

Der White Dwarf wird sich ziemlich umfangreich verändern. Sie ziehen aus dem [Bereich des] Designstudios aus und in völlig neue Büros und sie haben jemanden von außerhalb der Firma engagiert, um das Magazin in einem völlig neuen Format zu veröffentlichen, einen ehemaligen Redakteur eine größeren erfolgreichen Magazins. Das neue Magazin wird mehr Inhalt haben und mit einem größeren Aufwand von GW hergestellt werden, ein Versuch, das Bild vieler Leser zu zerstören, dass es sich beim White Dwarf um wenig mehr als eine Werbebroschüre für Figuren handelt. Sie arbeiten seit Anfang Mai an diesem neuen Magazin, vier White Dwarfs sind also seit dann erschienen, insofern erwarte ich die erste Ausgabe im neuen Format ziemlich bald. Es würde uns auch eine Vorstellung davon geben, wie lange die Herstellungszeit intern ist, wenn es dann mal erschienen ist.

Das klingt ziemlich nett, um ehrlich zu sein – und es wäre höchste Zeit.

 

Das klingt doch wirklich richtig gut? Freilich sollte man hier den Einwand von Warseer-Moderator Wintermute im Hinterkopf behalten:

 

via Wintermute [Originalposting auf Englisch]

ursprüngliches Posting von Stahly

Der White Dwarf wird mit jeder neuen Ausgabe schlechter und schlechter, sie sollten ernsthaft die Redaktionskapazitäten erhöhen und einen neuen Chefredakteur engagieren.

Es ist irrelevant, wer der Chefredakteur ist, sie müssen sich immer noch an die Aweisungen halten, die sie von ihren Vorgesetzten bei Games Workshop erhalten. Das gilt auch für die Größe der Redaktion. Und soweit es Games Workshop betrifft erfüllt der White Dwarf die Anforderungen, die man an ihn setzt. […]

 

Soweit die Gerüchte bis jetzt. Im August-White Dwarf (Nummer 200) findet sich die Aussage, dass zwischen der ersten Redaktionssitzung für einen White Dwarf und seinem Erscheinen knapp 6 Monate liegen, davon drei für die Vorbereitungen in Nottingham und drei für die Übersetzungen der Regionalausgaben, den Druck und die Auslieferung. Wenn sich daran nichts geändert hat, dürfte der erste „neue“ White Dwarf die Dezemberausgabe sein, die wahrscheinlich am 24. November erscheinen wird. Das würde natürlich prima zu den Gerüchten passen, die den Dezember mit allerlei Veröffentlichungen zum „Hobbit“-Film in Verbindung bringen….

Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden!

 

 

Meine Einschätzung: Ich fange jetzt einmal nicht an, alle Features zu beklagen, die der White Dwarf einmal hatte und die inzwischen fehlen – schließlich hat da jedermann so seine eigenen Vorlieben. Es ist ja auch völlig offen, ob ein Redaktionswechsel irgendetwas davon in der ein oder anderen Form zurückbringen würde. Dass ein Neustart des White Dwarf nötig ist, ist freilich nicht von der Hand zu weisen, mindestens in der Ägide der beiden letzten Chefredakteure Mark Latham und Andrew Kenrick ist das Niveau der Zeitschrift zwar nicht so stark gesunken, wie es viele Leute beklagen, aber zumindest stagnierte und stagniert die Zeitschrift seitdem inhaltlich. Frischer Wind und neue Ideen wären also wirklich vonnöten. Dass ein solcher Wechsel kommen wird, dafür spricht übrigens auch der seit Monaten anhaltende Kahlschlag bei den schreibenden Redakteuren, von denen im Moment nur noch Andrew Kenrick und Simon Grant am WD zu arbeiten scheinen, deutlich stärker als vorher unterstützt von Spieldesignern wie Matt Ward oder Robin Cruddace. Es mag also alles wirklich so kommen.

Freilich: ob damit die Klagen im Web aufhören werden? Wahrscheinlich nicht… denn alle Wünsche der Fans umzusetzen, das wird sicher nicht passieren.

 

 

Quelle: Warseer, Faeit 212

Porlock

Porlock /Ulf verstärkt seit Jänner 2012 das W6-Tabletop Team. Vor allem das Ressort "Gerüchte" wird von ihm betreut, aber daneben gibt es auch immer wieder die ein oder andere Rezension. Er ist seit Weihnachten 1988 im Tabletop-Hobby und hat mehr Figuren und Systeme als Verstand, verbringt seine Zeit aber mehr mit begeisterten Basteln, fanatischen Sammeln und sehr mäßigen Malen, als mit dem eigentlichen Spielen... Mehr dazu finden sich in seinem persönlichen, in seltsamen Englisch geführten Blog: ¡bitzkrieg!

Das könnte Dich auch interessieren...

6 Antworten

  1. RomanNo Gravatar sagt:

    Ich würde es auch begrüßen wenn sich der White Dwarf weiterentwickeln würde. Weg vom Werbeheft hin zu einem richtigen Hobbymagazin was es ja sein soll. Hobbyartikel wie früher wird es aber wohl nicht mehr geben nehme ich an. Ich bin gespannt was uns da erwartet, muss aber auch sagen das ich mir nicht zuviel an neuen Veränderungen erwarte. Und ja, die Beschwerden werden sicher nicht weniger werden, sonst wäre einem ja langweilig wenn alles Friede, Freude, Eierkuchen wäre 🙂

    Wenn dieser Reboot nicht klappt sieht es wohl schlecht aus für den WD in Zukunft, ich befürchte nur das uns mit der Umstellung auch eine Preiserhöhung ins Haus steht und dann muss das Heft inhaltlich schon richtig gut sein damit es mehr als 7 Euro wert ist.

    • PorlockNo Gravatar sagt:

      Eine Preiserhöhung auf 8 € oder 8,50 € könnte ich mir gut vorstellen, aber falls das Gerücht da stimmt, dann könnte es gut sein, dass wir die bekommen, bevor die Umstellung kommt. Die neue Abominiatur dürfte ja für Oktober anstehen, gut möglich, dass sie eine Preiserhöhung dann auch machen, aber den „neuen“ White Dwarf erst ab Dezember folgen lassen…

      Ich muß gestehen, seit zwei Monaten kaufe ich mir nebenher auch immer Wargames, Soldiers & Strategy und obwohl ich trotz allem immer noch sehr viel mehr in Fantasy und S/F zuhause bin, als im historischen Bereich (und WS&S ist für historische Tabletopper – diesen Monat haben sie einen Artikel darüber, warum Plastikfiguren doch nicht schlechter als welche aus Metall sind…), die Zeitschrift ist deutlich besser gemacht und macht mehr Spaß beim Lesen… eigentlich traurig…

  2. PainterNo Gravatar sagt:

    Was ich immens schade finde ist das der White Dwarf kaum noch Hobby-Artikel dort zu finden sind.
    Obwohl wir ein Modellbau-Hobby haben, man kann hier nur hoffen das hier oder da wieder jemand leichter dran geführt werden kann und es sich lohnt das Geld zu bezahlen wenn denn auch wieder mehr Features enthalten sind nicht nur iwelche Poster.

    • PorlockNo Gravatar sagt:

      Wenn ich mir die Zeitschriften für unser Hobby so ansehe – ich kenne neben dem White Dwarf auch noch den Tabletop Insider, Wargames, Soldiers & Strategy und Miniatures & Wargames – dann geht der Trend leider allgemein weg von generischen Hobbyartikeln, wie z.B. Mal- oder Bastelartikeln weg. Offenbar fühlt man da nicht nur in Nottingham, dass der Hobbyist im Internet besser bedient wird, als es das Heft kann… insofern finden sich in diesen Magazinen vor allem Rezensionen, Spielberichte und Regel-/Szenarienartikel. Das ist an und für sich nicht schlecht, aber mir geht es wie Dir: ich möchte lieber lernen, WIE ich etwas bemale/baue und WAS genau ich in einem Bausatz finde… die alten Gußrahmendiagramme im White Dwarf fand ich z.B. immer klasse und vermisse sie sehr, ebenso die Interviews mit den Miniaturendesignern.

      Falls das Gerücht mit dem „neuen“ White Dwarf überhaupt stimmt (denn Gerücht bleibt Gerücht), dann sehe ich schon eine gute Chance, dass Bemalartikel und Bastelartikel in die ein oder anderen Weise zurückkommen werden, allerdings sicher nur noch insoweit, als sie mit GW-Bausätzen umsetzbar sind. Artikel wie „Baue Deine Space Marines-Festung aus Cerealienboxen“ (finde den betreffen WD gerade nicht, aber ja, das gab es mal) wird es auch in Zukunft im White Dwarf nicht geben… leider!

  3. PainterNo Gravatar sagt:

    Das ist wohl wahr, hier geht es eben Primär um ein unternehmen was Geld verdienen will.
    Schließlich muss ich sagen war ja wahrscheinlich auch für GW der Weg nach oben schwer und steinig. Aber dennoch sollte man sich nicht nur mit Resinminis von Älteren Coverbildern sondern vllt auch mal mit einfallsreichen Gelände und selbst Bauartikeln wieder einen Namen machen.
    Es ist schade das fast jeder Bausatz einfach auch nur noch in diesem Schädeldesign ensteht, früher gab es die „Rote Zeit“ jetzt ist es die „Zeit der Schädel“. Hier kann nru jeder vernünftige Miniaturspieler -bemaler hoffen das das auch iwann wieder weg ist.

    • PorlockNo Gravatar sagt:

      Ich schätze es geht bei allen Miniaturenschmieden primär um Unternehmen, die Geld verdienen wollen – selbst die, die sagen, sie wären nur für den Hobbyisten da 😉 Aber nur Games Workshop ist von denen börsennotiert und muß sehen, dass es die Aktionäre befriedigt, und neben Brian Ansell ist da niemand dabei, der auch nur weiß, was das eigentlich sind, solche Miniaturen…

      Eine Rückkehr zu einfallsreichem Gelände und Baurtikeln werden wir eher nicht sehen, der Trend wird weiterhin eher in die Richtung: „Plastik, groß, spektakulär“ gehen. Schädelzeit was bei GW eigentlich immer, das kann eigentlich erst dann anders werden, wenn sich die Zusammensetzung der Designabteilung grundsätzlich ändert… aber ich schätze, daran werden sie festhalten, denn die beiden anderen Grundpfeiler der alten Citadel-Miniaturen – schwarzer Humor und ein kleines Maß an nackten Brüsten – werden sich schon aus Rücksicht auf die vielbeschworenen Zwölfjährigen, die man ködern will, nicht wieder einführen…

Kommentar verfassen