Warlord Games: erste Details zum Bolt Action-Regelwerk

Wer sich für historisches Tabletop interessiert, kommt inzwischen auch regeltechnisch nicht mehr an die Miniaturenschmiede Warlord Games in Nottingham vorbei. Die Firma – gegründet von den Ex-Games Workshop-Urgesteinen Paul Sawyer und John Stallard – hat neben einer beeindruckenden Palette an Miniaturen bisher auch drei opulent ausgestattete Regelwerke vorgelegt:

  • Hail Caesar! von Rick Priestley für Schlachten von der Antike bis ins Hochmittelalter
  • Pike & Shotte von Steve Morgan für Schlachten vom späten 15.  (Italienische Kriege) bis zum Ende des 17. Jahrhunderts (Pfälzischer Erbfolgekrieg)
  • Black Powder mit dem Supplement Last Argument of Kings (beide von Rick Priestley und Jervis Johnson)  für die Kriege des 18. und 19. Jahrhunderts

Das nächste Regelwerk in dieser Reihe wird Bolt Action (benannt nach der gleichnamigen Miniaturenserie) heißen. Die Ankündigung dieser ersten Kooperation von Warlord Games und Osprey Publishing ging ja bereits im letzten Oktober durchs Netz.

Auf der diesjährigen Salute nun haben am Wochenende die beiden Autoren Alessio Cavatore und Rick Priestley dem Kollegen Warren von Beasts of War einige Details zu Bolt Action verraten. Seht selbst:

 

 

In der Zusammenfassung:

  • Erscheinungsdatum August 2012
  • Hauptautor Alessio Cavatore unter Mitarbeit von Rick Priestley
  • Abgedeckt wird im Buch offenbar zunächst nur der Zweite Weltkrieg
  • Ausgelegt ist Bolt Action für Gefechte kleinerer Truppen auf Zugebene. Genannt wird als durchschnittliche Größe 30-50 Miniaturen und einigen Panzern/motorisierten Einheiten pro Seite. Das entspricht etwa der Durchschnittsgröße bei Spielen wie Warhammer 40.000. Nach Aussage von Rick Priestley im Video (3’00“) wird das Spiel sowieso stark an die 2. Edition von Warhammer 40.000 erinnern, die seine liebste ist – Alessio steht dagegen mehr auf die 5. Edition.
  • Ein „Skalieren“ der Regeln auf größere  Miniaturenmengen ist möglich, als Obergrenze nennt Rick Priestley Schlachten mit 10-12 Panzern pro Seite.
  •  Das Regelwerk wird sich nicht wie Pike & Shotte bzw. Hail Caesar an den erstmals in Black Powder niedergelegten Regelmechaniken halten, sondern ein völlig eigenständiges System darstellen.
  • Im Zentrum wird ein Befehlssystem stehen, das auf Befehlswürfeln basiert. Für jede Einheit im Spiel wird es einen Befehlswürfel geben. Abwechselnd zieht jeder Spieler zufällig einen dieser Würfel, es bleibt also dann dem Zufall überlassen, welcher Spieler wann einen Befehl geben kann.
  • Hat der Spieler die Befehlserlaubnis, kann er einer seiner Einheiten mit dem Würfel einen Befehl geben, der in der Regel ausgeführt wird. Ist eine Einheit unter Streß (wie Beschuß, Verlusten usw.) und hat entsprechend viele Streßmarker (Pressure Markers), muß gewürfelt werden, eventuell verweigert die Einheit dann auch den Befehl.
  • Ähnlich, wie es der Tabletopper von anderen Skirmishes kennt (mir käme hier Infinity in den Sinn) kann man offenbar auch Reaktionsbefehle geben, also z.B. einen Hinterhalt befehlen, was einer automatischen Reaktion auf die Bewegung einer feindlichen Einheit ins Schußfeld entsprechen dürfte.
  • Das Spiel soll sehr dynamisch sein und sich schnell entfalten; es gibt keine wirklichen Runden, beide Spieler sind ständig involviert.
  • Gelände spielt eine wichtige Rolle; die meisten Panzer im Spiel können mit ihren Kanonen das gesamte Spielfeld abdecken, so dass Deckung und Bewegung für die Infanterie überlebenswichtig ist.
  • Weils von Warren extra gefragt wurde: es sind Regeln enthalten, um mit Panzern quer durch Gebäude zu fahren…

 

Soweit also die Informationen aus dem Video. Sobald uns weitere Informationen vorliegen, werden wir sie euch natürlich nicht vorenthalten!

 

Meine Einschätzung: hier scheint ein Regelwerk auf uns zuzukommen, das selbst Weltkriegs-Muffeln wie mich begeistern dürfte. Von Alessio Cavatore ist man ja einfach strukturierte intelligente Regeln gewöhnt, er dürfte sich hier aber selbst übertroffen haben. Außerdem scheint er nicht den „Fehler“ von Kings of War/Warpath (bei Mantic Games) gemacht zu haben, wo die Regelwerke am Sinn eines Miniaturenspiels etwas vorbeigehen und sich eigentlich besser mit Pöppeln spielen lassen, als mit großen Einheiten aus Plastik und Metall.
 Ein Befehlssystem wie wir es z.B. von Infinity kennen, nur einfacher und für historische Miniaturen? Historische Schlachte in 28 mm, ohne dass man dabei, wie z.B. bei Hail Caesar!, über einen wirklich großen Spieltisch verfügen sollte? Immer her damit!

 

Quelle: Beasts of War

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4 Antworten

  1. ThomasNo Gravatar sagt:

    Auf dieses Regelwerk bin ich MEHR als Gespannt!

    Wenn es qualitativ wie Inhaltlich an die bisherigen Erscheinungen aus dem Hause Warlord anknüpfen kann, ist das sowas von gekauft!
    🙂

    • PorlockNo Gravatar sagt:

      Dem kann ich nur zustimmen. Inzwischen plane ich dieses Jahr eh mehr Geld für Warlord als für Games Workshop ein – will auf jeden Fall noch Hail Caesar! kaufen, wahrscheinlich auch noch Bolt Action und dazu Figuren… meine eigene TT-Zukunft sehe ich inzwischen mehr im historischen Bereich und im Skirmish, als in den großen Fantasy/Science Fiction-Schlachten 😉

      Seit Dienstag ist ja das Pike & Shotte-Regelbuch auf dem Weg zu mir, kann’s kaum erwarten, es in die Finger zu bekommen!

      • ThomasNo Gravatar sagt:

        Das Hail Caesar-Regelwerk kann ich nur empfehlen, steht seit einem guten Jahr auch bei mir rum und hat sich schon in ein paar Schlachten bewähren können. 🙂

        Ich bin auf Pike & Shotte auch sehr gespannt, hoffentlich gibt’s da ne ausführliche Review hier! *grins*

        • PorlockNo Gravatar sagt:

          Ich denke, Hail Caesar ist auf jeden Fall noch in diesem Jahr bei mir fällig, habe einen Kumpel überredet, sich ein paar Barbaren zuzulegen und ich nehme dann halt die Römer (obwohl ich anfangs mehr Briten gesammelt habe) – hauptsache, es wird mal was Neues gespielt 😉

          Review zu Pike & Shotte? Wie kommst Du nur darauf :-))))))