Rezension: Warhammer 40k-Kill Team (Videospiel)

Nicht nur auf dem Spieltisch geht es ordentlich zur Sache, auch auf der Konsole wird ordentlich gemetzelt.

Heavy Bolter, Multimelter, Plasmakanone, Imperator uvm, sind Begriffe welche Warhammer-Herzen sofort höher schlagen lassen. Mir Firewarrior gab es (wenn man von den Echtzeitstrategiespielen absieht) schon einmal die Möglichkeit im Warhammer-Universum selbst die Waffe in die Hand zu nehmen, wenn auch “nur” als Tau-Krieger. Im September wird Space Marine erscheinen welches, alleine nur durch die bisher veröffentlichten Trailer, schon für Furore gesorgt hat. Um die Wartezeit bis dahin zu verkürzen und die Kriegstimmung schon einmal vorzuheizen veröffentlichte THQ in diesem Monat den Top Down Shooter Kill Team als Download Titel für Xbox Live und jetzt auch für PSN…

Für den Imperator

Nach Abbuchung von 800 MS- Points und Download von ca. 800MB werden wir sofort in einer Introsequenz auf unsere bevorstehende Mission vorbereitet. “Ein Ork Kreuzza (Orksprache)ist auf dem Weg zu einem Industrieplaneten und droht Tod und Zerstörung zu bringen. Verschrotten sie den Kreuzza und töten sie den Anführer.” Klingt genau so simpel wie es sich auch spielt.

Doch bevor es zur Sache geht, gilt es sich zunächst für einen Orden zu entscheiden. Immerhin sind sämtliche Spacemarine Hauptorden wie Ultramarines, Bloodangels, Imperial Fist, Salamander,White Scars und Blood Ravens vertreten welche natürlich auch in ihren dazugehörigen Farben einsatzbereit sind.

Danach gilt es den eigentlichen Space Marine zu wählen. Mit an Bord sind ein Techmarine, Scriptor, Expugnator und Protektorgardist. Alleine schon die Auswahl der Marines lohnen den Titel mehrmals durchzuballern, da jeder Marine seine eigene Waffen und Spezialattacken parat hat.

Im Groben sind es 2 Nah- und Fernkämpfer. Allerdings können Fernkämpfer dennoch etwas im Nahkampf zuhauen und umgekehrt. Bei der Qual der Wahl entdeckt man auch gleich 2 Slots für zahlreiche Upgrades, die im Laufe des Spiels freigeschalten werden um z.B. die Powerupdauer, Fernkampfschaden oder andere Eigenschaften dauerhaft zu verbessern.

Geschnetzeltes vom Ork für Zwischendurch

Schon zu Beginn der ersten Mission wird dem Spieler klar das es explosiv, actiongeladen und blutig zur Sache geht. Von der ersten bis zur letzten Mission kann die Feuertaste nahezu festgeklebt werden. Nur die armen Nahkämpfer dürfen 150 Minuten lang auf die Angriffstaste hämmern und vielleicht am Ende die Blasen am Daumen zählen. Leider gibt es am Ende der Levels keine Statistiken über die Zielgenauigkeit und abgefeuerten Schüsse, was oft ein Anreiz ist sparsamer und effektiver zu schießen. Da Munition allerdings nie Mangelware ist sollte das einem dann egal sein.

Trotz Dauerfeuer-Action sollte das Hirn dennoch aktiv bleiben. So sollte man immer seine Prioritäten setzen um maximale Punkte und vor allem sein Überleben zu sichern, denn einen mächtigen Nahkämpfer Ork zu ignorieren kann schnell ins Auge gehen und den Marine schneller ins Jenseits befördern als man Tyraniden aussprechen kann. Ja, die Tyranieden sind auch mit von der Partie, auch wenn diese storytechnisch keine große Rolle spielen, aber dafür in Scharen den Marines auf den Leib rücken.

Ordensbrüder bis zum bitteren Ende

Killteam macht zu zweit doppelt Spaß, auch wenn leider nur an einer Konsole und nicht auch online gespielt werden kann. Das gemeinsame Sabotieren des Kreuzzas macht das ganze viel taktischer, da man sich absprechen und ein Spieler die Zugänge von Gegnerhorden absichert während der Teamkollege beschäftigt ist Sprengladungen scharf zu machen und solange wehrlos ist. Streit um Powerups sollten im großen und ganzen ebenfalls ausbleiben, da diese für beide Spieler aktiv sind, sofern diese eng genug zusammen stehen. Dann werden z.B.beide geheilt oder profitieren jeweils von doppelter Schusskraft usw.

Ein fliegender Schrotthaufen zum Verlieben

Wer jetzt an den Falcon von Star Wars denkt liegt weit daneben. Denn dieser wäre viel zu modern und schön im Vergleich zum Ork-Kreuzza, welcher eher wie ein zusammgenschweißter Schrottplatz mit Warpantrieb wirkt. Wie es sich für Warhammer gehört sind sämtliche Gegner,und auch die Spacemarines sehr detailiert gestaltet. Überall sind an den Panzerungen und Waffen Gebrauchsspuren zu erkennen. Sammelwahn und Wille der Orks aus jedem Schrott eine Waffe oder Nützliches zu bauen erkennt man ständig in allen Levels mit viel Liebe zum Detail. Die Kämpfe sind sehr effektvoll und manchmal gibt es auch kleine Slowmotioneinlagen, wenn bestimmte Orks in englischer Sprache mit irischen Akzent das Zeitliche Segnen. Die Synchronstimmen sind sehr gut und sind Qualitativ mit Dawn of War 2 vergleichbar. Leider gehen diese in dem ganzen Krach durch bombastich klingende Explosionen und Feuersalven viel zu oft unter.

Fazit

Killteam ist ein solider Twinstik Shooter der vor allem zu zweit erst richtig in Fahrt kommt. Zwar sind 150 min. Spieldauer nicht wirklich lange, aber für 800MS-Points bekommt man dennoch viel geboten. 5 Missionen vollgepackt mit Orks, viel Blei und Energie in der Luft sollten alle Action- Fans zufrieden Stellen, welche was zum Ballern für zwischendurch suchen. Zwar wird der Spass durch Frustmomente wegen schwacher Kameraführung stellenweise geknickt, aber der hohe Wiederspielfaktor dank verschiedener Charakterklassen mit Upgrademöglickeiten gleichen das Ganze wieder aus. Als Warhammerfan kommt man an Killteam ohnehin nicht vorbei, was auch der vielen Liebe zum Detail zu verdanken ist. Kill Team ist der Perfekte lückenfüller für Couchmarines welche den Sommer mit einer ordentlichen Portion Ork Geschnetzelten garnieren möchten.

Mit freundlicher Unterstützung von

Roman

Danamor/Roman ist seit 2010 W6-Tabletop Chefredakteur, füttert die Seite täglich mit neuen News. Seit 2007 im Hobby, sammelt unzählige Miniaturen und Regelwerke die wohl nie ihren Weg auf's Schlachtfeld finden werden.

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